Warum manche Menschen Alkohol schneller vertragen
Wer schon einmal gemerkt hat, dass andere nach demselben Glas Bier stärker angetrunken wirken als man selbst, kennt das Phänomen: Nicht jeder verträgt Alkohol gleich. Tatsächlich hängt die Alkoholverträglichkeit stark von der individuellen körperlichen Beschaffenheit ab – und davon, wie oft und wie viel jemand bereits getrunken hat.
Ein entscheidender Faktor ist das Enzym Alkoholdehydrogenase. Es wird in der Leber produziert und sorgt dafür, dass Alkohol schneller abgebaut wird. Bei Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, bildet der Körper oft mehr von diesem Enzym. Dadurch wird der Alkohol effizienter verarbeitet, und die Wirkung bleibt ausbleiben – zumindest für eine Weile.Doch das bedeutet nicht, dass diese Menschen tatsächlich „mehr vertragen“. Der Körper gewöhnt sich an die Belastung, reagiert aber dennoch auf die Gifte. Wer häufig Alkohol trinkt, riskiert langfristig Schäden an Leber, Gehirn und Nervensystem – auch wenn die sichtbaren Anzeichen der Betrunkenheit weniger ausgeprägt sind.
Interessant ist, dass auch genetische Unterschiede eine Rolle spielen. In manchen Populationen ist die Aktivität des Enzyms von Natur aus höher oder niedriger. So vertragen etwa Menschen mit einer bestimmten Genvariante Alkohol besonders schlecht und reagieren bereits bei geringen Mengen mit Rötung oder Übelkeit.
Letztlich ist es also eine Mischung aus Gewöhnung, Enzymaktivität und Veranlagung, die bestimmt, wie stark Alkohol wirkt. Aber egal wie sehr der Körper sich angepasst hat: Maß halten bleibt der sicherste Weg für eine gesunde Balance.
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