Warum Christen das Kreuz verehren
Das Kreuz ist eines der stärksten Symbole des Christentums – doch es geht nicht um die Anbetung des Kreuzes selbst, sondern um das, wofür es steht. Christen machen das Zeichen des Kreuzes, um sich an Jesus Christus zu erinnern, an sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung. Es ist ein Zeichen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.
Wenn Gläubige das Kreuzzeichen schlagen – von der Stirn über das Herz zu den Schultern –, verbinden sie sich geistig mit dem Opfer Jesu. Es ist eine Geste, die tief im Alltag verwurzelt ist: vor dem Gebet, beim Betreten einer Kirche oder in Momenten der Not. Sie drückt aus: Ich gehöre zu Christus, der aus Liebe am Kreuz starb, um Versöhnung zwischen Mensch und Gott herzustellen.
Das Kreuz erinnert nicht an einen grausamen Tod, sondern an die Kraft der Liebe, die selbst den Tod überwindet. In der Haltung des Gekreuzigten – offen, verletzlich, vergebend – sehen Christen den Inbegriff der Nächstenliebe. Deshalb wird das Kreuz nicht als Götze verehrt, sondern als Zeichen geehrt, das zum Nachfolgen einlädt.
In vielen Kirchen hängt ein Kruzifix – ein Kreuz mit dem Bild des gekreuzigten Christus. Es erinnert daran, dass der Glaube nicht abhebt vom Leid, sondern mitten hineinragt in Schmerz und Verzweiflung. Das Kreuz ist kein Symbol der Unterwerfung, sondern der siegreichen Liebe. Es ermutigt, mit Mitgefühl zu leben, wie Jesus es tat.
So wird eine einfache Geste – das Schlagen des Kreuzes – zu einem stummen Gebet, zu einem Moment der Besinnung und der Zuwendung zu Gott und den Menschen.
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