Warum falle ich anderen immer ins Wort?

Es passiert oft unbewusst: Mitten im Gespräch unterbricht man den anderen – und merkt erst danach, dass man eigentlich hätte zuhören sollen. Doch warum tun das manche Menschen so oft? Laut dem Kommunikationscoach Jörg Abromeit kann dahinter mehr stecken als nur Ungeduld.

Egozentrisch oder einfach nur aufgedreht?

Manche Menschen fallen anderen ins Wort, weil sie das Gefühl haben, im Mittelpunkt stehen zu müssen. Sie fühlen sich erst dann wahrgenommen, wenn sie reden – und fürchten, ansonsten den Anschluss zu verlieren. Andere haben schlicht Angst, den Faden zu verlieren, wenn sie nicht sofort reagieren. Doch meist hat es weniger mit Respektlosigkeit zu tun, als vielmehr mit innerer Unruhe oder dem starken Bedürfnis nach Anerkennung.

Interessant ist auch, dass Unterbrechungen im Gespräch nicht immer negativ gemeint sind. Bei engeren Bekanntschaften oder im familiären Umfeld können sie sogar Ausdruck von Lebendigkeit und Verbundenheit sein. Wer jedoch ständig dazwischenredet, riskiert, als dominant oder unhöflich wahrgenommen zu werden – besonders im Beruf oder bei ersten Begegnungen.

Was hilft?

Einfach mal bewusst durchatmen und zuhören. Ein kurzer Moment des Innehaltens kann viel bewirken. Wer merkt, dass er oft unterbricht, kann sich vornehmen: „Ich warte drei Sekunden, nachdem der andere geendet hat.“ Oft reicht das schon, um respektvoller zu kommunizieren. Gute Gespräche leben vom Wechselspiel – nicht vom Monolog.

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