Warum fühle ich mich nach EMDR komisch? Das ist normal.

Wenn Sie sich nach einer EMDR-Sitzung komisch fühlen, sind Sie nicht allein. Viele Menschen berichten von einer verstärkten Emotionalität – man fühlt sich empfindlicher, träumt intensiver oder ist einfach nur nachdenklicher als sonst. Das ist keine Nebenwirkung im negativen Sinne, sondern ein Zeichen dafür, dass Ihr Gehirn gerade wichtige Arbeit leistet.

EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing – hilft dabei, traumatische Erinnerungen neu zu verarbeiten. Dabei aktiviert die Therapie natürliche Heilprozesse im Gehirn. Doch wie bei jeder tieferen psychischen Arbeit kann das kurzfristig ungewöhnliche Gefühle oder Zustände auslösen.

Viele Patienten berichten von besonders seltsamen oder lebhaften Träumen in den Tagen nach einer Sitzung. Das ist kein Zufall: Während des Schlafs verarbeitet das Gehirn weiter, was in der Therapie an die Oberfläche gekommen ist. Träume werden zur Bühne, auf der unverarbeitete Emotionen und Bilder neu sortiert werden.

Außerdem können Sie sich emotional „aufgedreht“ fühlen – als wäre alles ein bisschen intensiver: Freude, Traurigkeit, Ärger – alles scheint näher an der Oberfläche. Das klingt beunruhigend, ist aber ein normales Zeichen der Heilung. Ihr Nervensystem reagiert, weil es endlich Dinge verarbeiten darf, die lange blockiert waren.

Wichtig ist: Geben Sie sich Zeit. Ruhen Sie sich aus, seien Sie sanft mit sich selbst und sprechen Sie mit Ihrem Therapeuten über das, was Sie erleben. Was jetzt komisch wirkt, ist oft ein notwendiger Schritt, um später wirklich freier und stabiler zu sein.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen