Warum fühle ich mich nach EMDR komisch?

Nach einer EMDR-Sitzung fühlen sich viele Menschen tatsächlich etwas „komisch“ – müde, unruhig oder wie benebelt. Das ist keine Seltenheit, sondern Teil des Heilungsprozesses. EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) fordert das Gehirn heraus, traumatische Erinnerungen neu zu verarbeiten. Dabei werden emotionale Inhalte aktiviert, die lange Zeit vergraben waren.

Die Erschöpfung nach einer Sitzung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Arbeit.

Das Gehirn verarbeitet intensiv, was während der Therapie an die Oberfläche kommt – ähnlich wie nach einem anstrengenden Training. Viele berichten von Müdigkeit, Schlafstörungen oder einem Gefühl der Ruhelosigkeit. Manchmal kehren auch kurzzeitig alte Erinnerungen oder Stimmungen zurück. Doch das ist normal – und oft ein gutes Zeichen, dass sich etwas verändert.

Die Symptome klingen in der Regel nach einigen Stunden oder maximal ein paar Tagen ab. Wichtig ist, sich danach Zeit zur Ruhe zu nehmen: Spaziergänge an der frischen Luft, ausreichend Trinken und ein ruhiger Tagesablauf unterstützen die Verarbeitung. Auch Gespräche mit vertrauten Personen oder die Therapeutin können helfen, das Erlebte zu integrieren.

EMDR ist kein Schnellverfahren – aber es wirkt tief.

Die Anstrengung danach zeigt: Der Körper und die Psyche arbeiten intensiv daran, alte Belastungen loszulassen. Mit der Zeit wird diese „Komik“ nach den Sitzungen seltener – ein Zeichen dafür, dass die Heilung Fortschritte macht.

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