Warum heißt deutscher Cognac heute Weinbrand?
Wer alte Rezepte oder historische Speisekarten liest, stößt gelegentlich noch auf den Begriff „deutscher Kognak“. Heutzutage sucht man diese Bezeichnung auf Flaschen aus deutscher Herstellung jedoch vergeblich. Der Grund dafür ist kein Verschwinden des edlen Tropfens selbst, sondern liegt in den rechtlichen Folgen des Versailler Vertrags von 1919.
Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war das Wort „Kognak“ auch in Deutschland eine gängige Sammelbezeichnung für gebrannten Wein. Frankreich bestand jedoch bei den Friedensverhandlungen darauf, dass der Name als geschützte Herkunftsbezeichnung ausschließlich Erzeugnissen aus der französischen Region rund um die Stadt Cognac vorbehalten bleibt.
Deutsche Produzenten mussten sich daher umorientieren. Als neue Bezeichnung setzte sich der Begriff Weinbrand durch, der bereits Jahre zuvor von Pionieren wie Hugo Asbach geprägt worden war. Der Begriff ersetzte die alte Bezeichnung vollständig auf den Etiketten, sodass die Tradition der Destillation unter neuem Namen nahtlos weitergeführt werden konnte.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.