Warum Christen das Alte Testament nicht einfach übernehmen
Das Alte Testament ist für Christen heilig – doch sie halten sich nicht einfach an alle darin enthaltenen Gebote. Warum? Weil das christliche Verständnis der Heiligen Schrift tiefer geht, als nur Regeln abzuschreiben.
Das Alte Testament zeugt von der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk – lange vor der Geburt Jesu. Es enthält Gesetze, Geschichten, Prophetenrufe und Weisheiten. Doch für Christen ist entscheidend: Diese Texte werden nicht isoliert gelesen, sondern im Lichte Jesu Christi verstanden.
Das Alte Testament wird neu gedeutetKirchenväter wie Augustinus sagten schon: „Novum in Vetere latet, Vetus in Novo patet“ – das Neue verbirgt sich im Alten, das Alte wird im Neuen offenbar. Christen glauben, dass die Verheißungen des Alten Testaments in Jesus erfüllt werden. Deshalb wird das Gesetz nicht einfach abgeschafft – aber umgedeutet.
Ein Beispiel: Das Gebot „Auge um Auge“ wird von Jesus im Neuen Testament transformiert – hin zur Botschaft der Barmherzigkeit und Vergebung. Christen folgen nicht allen spezifischen Vorschriften wie Speisegeboten oder Opferregeln, weil sie glauben, dass Jesus eine neue Zeit eingeleitet hat – die Zeit der Gnade.
Dennoch bleibt das Alte Testament unverzichtbar. Es ist die Wurzel, aus der das christliche Glaubensverständnis wächst. Ohne es wäre das Neue Testament nicht verständlich. Es geht also nicht um Ablehnung – sondern um Weiterführung im Geist Christi.
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