Warum der „Heimlich-Griff“ seinen Namen verlor

Der sogenannte „Heimlich-Griff“ – eine lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahme bei verschluckten Fremdkörpern – ist vielen bekannt. Doch mittlerweile wird er oft nicht mehr so genannt, und der Grund dafür ist bemerkenswert.

Der Handgriff ist nach dem amerikanischen Chirurgen Henry Heimlich benannt, der die Technik in den 1970er Jahren popularisierte. Trotz ihres Namens soll Heimlich das Manöver, das nach ihm benannt wurde, jahrelang nicht in einer echten Notsituation angewendet haben. Erst 2000, im Alter von 80 Jahren, rettete er angeblich einem Mann im Restaurant das Leben – und das mit seiner eigenen Methode.

Doch genau diese Geschichte sorgte für Zweifel. Kritiker bemerkten, dass die Darstellung der Rettung widersprüchlich war, und es gab Hinweise darauf, dass Heimlich möglicherweise nicht so viele Leben gerettet hatte, wie behauptet. Zudem hatte er sich in der medizinischen Gemeinschaft mit umstrittenen Theorien unbeliebt gemacht.

Im Laufe der Zeit distanzierten sich viele Organisationen von der Bezeichnung „Heimlich-Griff“. Stattdessen spricht man heute eher vom Abdominaldruck-Manöver oder allgemein von der „Rettung aus Luftwegsverlegung“. Der Fokus liegt nun auf der korrekten Anwendung, nicht auf der Person, die sie bekannt machte.

Heute lehren Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz die Technik weiterhin – aber unter neutraleren Namen. Die Methode bleibt wichtig, doch der Mythos um ihren Namensgeber ist verblasst.

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