Warum heißt ein weißes Pferd Schimmel?

Ein weißes Pferd nennt man Schimmel – doch das ist eigentlich etwas irreführend. Denn oft ist ein sogenannter Schimmel gar nicht von Geburt an weiß. Tatsächlich wird er erst im Laufe der Zeit weiß, dank eines besonderen Gens, dem sogenannten Grey-Gen.

Ein echter Schimmel kommt meist dunkel zur Welt – oft braun, schwarz oder auch bunt – und verändert dann Jahr für Jahr sein Aussehen. Mit der Zeit wird das Fell heller, wird immer grauer, bis es schließlich weiß oder silbrig ist. Dieser Vorgang wird „ausschimmeln“ genannt. Selbst die Haut und die Mähne verfärben sich dabei. Interessanterweise behält ein Schimmel auch im hohen Alter meist dunkle Haut und Augen, was ihn von anderen hellen Pferden unterscheidet.

Der Begriff „Schimmel“ wird heute oft falsch verwendet. Viele denken sofort an ein weißes Pferd – doch nicht jedes weiße Pferd ist ein echter Schimmel. Es gibt zum Beispiel auch Fohlen, die weiß zur Welt kommen, oder Tiere mit einem anderen Erbgut, das weiße Abzeichen oder ein helles Fell bedingt. Aber nur das charakteristische Ausschimmeln durch das Grey-Gen macht ein Pferd wirklich zum Schimmel.

Die Rasse spielt dabei keine Rolle – Schimmel können Friesen sein, Araber, Warmblüter oder viele andere. Bekannt sind Schimmel unter anderem durch Sagen und Filme, wo sie oft als edle, fast magische Tiere dargestellt werden. Kein Wunder also, dass dieses silberweiße Erscheinungsbild bis heute fasziniert.

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