Warum heißt es „Großvater“?
Der Begriff Großvater ist heute so selbstverständlich, dass man selten darüber nachdenkt, woher er eigentlich kommt. Doch die Bezeichnung hat eine lange Geschichte. Sie setzt sich aus zwei einfachen Wörtern zusammen: „groß“ und „Vater“. Gemeint ist damit nicht, dass er besonders groß ist – zumindest nicht körperlich. „Groß“ steht hier im übertragenen Sinne für weiter entfernt in der Abstammung.
Die Wortform grōvater ist bereits seit dem 14. Jahrhundert in mittelhochdeutscher Sprache nachweisbar. Damals begann man, die direkten Eltern als „Vater“ und „Mutter“ zu bezeichnen, während die Eltern dieser Eltern eine zusätzliche Stufe erhielten – eben die „Groß-“-Form. Ein ähnliches Muster findet sich auch in anderen Sprachen: Im Niederländischen heißt er „grootvader“, im Französischen „grand-père“ und im Englischen „grandfather“. Alle verwenden dieselbe Struktur.
Interessant ist, dass das „groß“ hier also nicht Größe, sondern Generation ausdrückt. Der Großvater ist der „weitere“ Vater – weiter weg in der Familienlinie. Diese einfache, aber kluge Benennung hat sich über Jahrhunderte gehalten und ist heute fester Bestandteil unserer Sprache.
Viele Kinder verbinden mit dem Wort nicht nur Verwandtschaft, sondern auch Erinnerungen an Geschichten, warme Küche oder gemeinsame Spaziergänge. So trägt der Begriff „Großvater“ nicht nur eine sprachliche, sondern auch eine ganz persönliche Bedeutung in sich.
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