Ist der Hase im Islam wirklich haram?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob das Fleisch von Hasen oder Kaninchen nach den islamischen Speisegesetzen erlaubt (halal) oder verboten (haram) ist. Oft wird dabei auf ältere religiöse Texte oder Traditionen anderer Religionen verwiesen, was leicht zu Missverständnissen führt.

Tatsächlich stützen sich manche Argumente gegen den Verzehr von Hasen auf Speisegebote aus dem Alten Testament. Im 3. Buch Mose (Levitikus) der Tora gilt der Hase als unrein, da er zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat. Diese Regelung betrifft jedoch spezifisch das Judentum und nicht den Islam.

Im Islam sieht die Rechtslage anders aus. Die große Mehrheit der islamischen Gelehrten betrachtet den Hasen als halal (erlaubt). Dies stützt sich auf verschiedene Überlieferungen (Hadithe) aus dem Leben des Propheten Muhammad, in denen berichtet wird, dass er und seine Gefährten Hasenfleisch zubereitet und gegessen haben. Da der Hase ein Pflanzenfresser ist und nicht zu den Raubtieren mit Fangzähnen gehört, fällt er nach den meisten Rechtsschulen unter die erlaubten Tiere.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Während der Hase im Judentum als unrein gilt, ist sein Verzehr für Muslime nach vorherrschender Meinung vollkommen erlaubt, sofern das Tier nach den islamischen Regeln geschlachtet wurde.

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