Warum wird Jesus das Lamm Gottes genannt?

Der Titel „Lamm Gottes“ gehört zu den bekanntesten Bezeichnungen für Jesus – besonders in der christlichen Tradition. Hinter diesem Bild verbirgt sich eine tiefe theologische Botschaft, die bis ins Alte Testament zurückreicht. Schon damals war das Lamm ein Symbol für Opfer und Reinigung. Wenn ein Lamm in der Tempelgemeinschaft geopfert wurde, galt das als Geste der Umkehr und der Bitte um Vergebung.

Johannes der Täufer prägte den Ausdruck im Neuen Testament**, als er bei Jesu Erscheinen ausrief: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Diese Worte sind zentral. Sie sagen aus, dass Jesus nicht nur ein Lehrer oder Prophet war, sondern jemand, der bewusst für andere ein Opfer bringt – bis hin zu seinem Tod am Kreuz.

Das Lamm steht hier nicht für Schwäche, sondern für Demut, Reinheit und Erlösung. Anders als bei den vorübergehenden Opfern des Alten Testaments galt Jesu Tod als endgültige Geste – ein Akt, der Schuld tilgt und neuen Anfang ermöglicht. In vielen Kirchen wird daher beim Abendmahl oder in Gebeten an das „Lamm Gottes“ erinnern, das „für uns geopfert wurde“.

Das Bild vom Lamm hat sich auch in der Kunst und Liturgie tief verankert. Es steht nicht nur für Leid, sondern auch für Hoffnung: Denn im christlichen Glauben folgt auf das Opfer die Auferstehung. So ist das Lamm nicht nur Symbol des Todes, sondern auch der Sieges über den Tod.

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