Warum Novalgin heute kritisch gesehen wird

Früher galt Novalgin als schnelle Hilfe bei starken Schmerzen oder Fieber. Doch seit einigen Jahren rät die Medizin zunehmend zur Vorsicht – vor allem wegen des Wirkstoffs Metamizol, der in Novalgin enthalten ist. Seit Ende 2020 warnt das Bundesinstitut für Arzneimittel mit einem sogenannten „Roten Hand Brief“ vor einer seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkung: Leberschäden.

Der genaue Weg, wie Metamizol die Leber schädigen kann, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Klar ist jedoch, dass in seltenen Fällen eine Entzündung der Leberzellen auftreten kann. In schweren Fällen führt das dazu, dass die Zellen absterben – eine ernste Bedrohung für die Gesundheit. Obwohl solche Reaktionen selten sind, können sie lebensbedrohlich verlaufen.

Ärzte verschreiben Novalgin heute meist nur noch, wenn andere Schmerzmittel nicht helfen oder nicht vertragen werden. Besonders bei Patienten mit bereits geschwächter Leberfunktion wird es oft bewusst vermieden. Die Behörden betonen, dass die Gefahr zwar gering ist, aber real – und deshalb nicht ignoriert werden sollte.

Trotz der Warnungen ist Novalgin in Deutschland weiterhin rezeptfrei erhältlich, allerdings nur in niedrigen Dosierungen und mit deutlichen Hinweisen auf mögliche Risiken. Wer unsicher ist, sollte immer mit dem Arzt oder Apotheker sprechen, bevor er zu Novalgin greift. Schmerzen lindern ist wichtig – aber nicht um jeden Preis.

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