Warum Echtzeit-Überweisungen Geld kosten

Seit einigen Jahren können Bankkunden in Deutschland Überweisungen in Echtzeit tätigen – das Geld ist oft innerhalb von zehn Sekunden beim Empfänger. Bequem, schnell, sicher. Doch diese Geschwindigkeit hat einen Haken: Sie kostet Geld. Meist zwischen 50 und 60 Cent pro Überweisung.

Warum eigentlich? „Es ist ja eine Dienstleistung dahinter, dass es schneller geht und dass auch gewisse Prüfmechanismen schneller gehen“, erklärt eine Sprecherin des Deutschen Bankenverbands. Hinter der blitzschnellen Zahlung steht mehr Aufwand: Die Banken müssen Systeme bereithalten, die rund um die Uhr funktionieren, Transaktionen augenblicklich prüfen und Betrugsversuche in Echtzeit erkennen. Das erfordert Technik, Personal und Sicherheitsinfrastruktur – und das kostet.

Während klassische Überweisungen im Hintergrund ablaufen und oft erst am nächsten Banktag bearbeitet werden, muss bei Echtzeitüberweisungen alles sofort passieren. Jede Zahlung wird einzeln und sofort verarbeitet, nicht in großen Datenpaketen wie sonst. Das erhöht den technischen Aufwand erheblich.

Die EU-Kommission plant zwar, Echtzeit-Überweisungen bald kostenlos zu machen, um den Zahlungsverkehr zu modernisieren. Doch bisher tragen die Kunden die Kosten. Experten gehen davon aus, dass sich die Gebühr langfristig lohnt – nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Händler und die Wirtschaft, die schneller auf Zahlungen zugreifen können.

Ob sich die kleinen Beträge pro Überweisung langfristig lohnen, wird die Zeit zeigen. Bis dahin zahlen viele Nutzer gerne ein paar Cents, um sicherzustellen, dass die Miete oder die Rechnung wirklich sofort ankommt.

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