Warum Schlafmangel das Hungergefühl steigert

Wer regelmäßig zu wenig schläft, kennt das Phänomen: Schon am nächsten Tag steigt das Verlangen nach Essen – besonders nach kalorienreichen Snacks. Der Grund liegt in unserer Hormonregulation. Unser Appetit wird maßgeblich von Botenstoffen im Blut gesteuert, und Schlafmangel bringt diese empfindliche Balance durcheinander.

Studien zeigen, dass bereits eine durchwachte Nacht ausreicht, um den Spiegel des sogenannten „Hunger-Hormons“ Ghrelin deutlich ansteigen zu lassen. Gleichzeitig sinkt der Gehalt an Leptin, dem Hormon, das für das Sättigungsgefühl verantwortlich ist. Das Ergebnis: Man fühlt sich hungriger und braucht länger, bis man das Gefühl hat, satt zu sein.

Diese hormonelle Veränderung ist evolutionär gesehen nachvollziehbar: Früher, als der Mensch körperlich stark beansprucht war, signalisierte Schlafmangel möglicherweise eine überlebenswichtige Stresssituation – mehr Energiezufuhr war nötig. Heute, in einer Welt mit reichlich Nahrung, führt dieser Mechanismus jedoch oft dazu, dass wir mehr essen, als wir brauchen.

Langfristig kann dieser Effekt dazu beitragen, dass Menschen mit schlechtem Schlaf eher an Gewicht zunehmen. Regelmäßiger, erholsamer Schlaf ist daher nicht nur gut für die Konzentration oder die Stimmung – er hilft auch dabei, das Gewicht im Gleichgewicht zu halten. Wer abnehmen möchte oder Heißhungerattacken vermeiden will, sollte daher nicht nur auf die Ernährung achten, sondern auch auf ausreichend Ruhe in der Nacht.

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