Mehr Lohnsteuer trotz gleichem Brutto? Die kalte Progression im Fokus

Wer Anfang 2024 trotz gleichem Bruttogehalt plötzlich weniger Netto auf dem Konto hat, ist nicht allein. Viele Arbeitnehmer staunten – und das aus gutem Grund. Die Erklärung liegt in der sogenannten kalten Progression. Dieses Phänomen sorgt dafür, dass selbst bei nominell gleichem Einkommen die Steuerlast steigen kann, vor allem wenn die Inflation die Gehälter „aufbläht“.

Doch genau hier setzt die Bundesregierung an. Ab 1. Januar 2024 soll die kalte Progression schrittweise abgeschafft werden – ein Versprechen, das für Entlastung sorgen soll. Inflation bedingt zwar keine reale Lohnerhöhung, aber das Finanzamt schaut nur auf die Zahl auf dem Papier. Dadurch rutscht man ungewollt in eine höhere Steuerklasse, obwohl die Kaufkraft gleich bleibt oder sogar sinkt.

Die geplante Steuerreform sieht deshalb eine Anpassung des Einkommensteuertarifs vor. Der Grundfreibetrag steigt, ebenso die Abgaben für niedrige und mittlere Einkommen. Ziel: Wer nicht wirklich mehr verdient, soll auch nicht mehr bezahlen. Doch bis diese Änderungen vollständig greifen, kann es in der Übergangsphase zu Verwirrung kommen – etwa wenn Lohnsteuerkarten noch nicht aktualisiert sind oder Arbeitgeber die neuen Werte noch nicht umsetzen.

Trotzdem: Langfristig bedeutet die Maßnahme mehr Netto vom gleichen Brutto. Wer sich jetzt über höhere Abzüge wundert, sollte daher einen Schritt zurücktreten. Die Entlastung kommt – und zwar genau dort, wo sie gebraucht wird: im Portemonnaie der Arbeitnehmer.

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