Warum Ehepaare in Deutschland weniger Steuern zahlen

In Deutschland wird die Ehe besonders gefördert – auch steuerlich. Das hat seinen Grund im Grundgesetz, das die Ehe ausdrücklich schützt. Ein zentrales Element dieser Förderung ist das sogenannte Ehegattensplitting. Dabei werden die Einkommen beider Ehepartner zusammengerechnet und halbiert. Auf diese Weise wird der Steuersatz oft deutlich geringer als bei zwei einzelnen Steuerzahlern.

Das System wirkt vor allem dann vorteilhaft, wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere – etwa bei Paaren, in denen einer vollzeit arbeitet und der andere sich um den Haushalt oder die Kinderbetreuung kümmert. Durch die Halbierung der Einkommen profitiert das Paar von der progressiven Steuerbelastung: Der hohe Verdienst wird effektiv stärker besteuert, wenn er allein steht, als wenn er mit einem niedrigen Einkommen „gemischt“ wird.

Ein Beispiel: Verdient ein Ehepartner 80.000 Euro und der andere nichts, wird so geteilt, als hätte jeder 40.000 Euro verdient. Das führt zu einer niedrigeren Gesamtsteuerlast, als wenn zwei Singles mit jeweils 40.000 Euro versteuert würden – denn diese können das Splitting nicht nutzen.

Kritiker sehen darin eine Benachteiligung von Singles und unverheirateten Lebensgemeinschaften. Tatsächlich zahlen Unverheiratete oft stärker drauf, besonders wenn sie ähnlich viel verdienen wie verheiratete Paare. Dennoch bleibt das Ehegattensplitting bis heute ein fester Bestandteil des deutschen Steuersystems – ein Zeichen dafür, wie sehr der Staat die Ehe als Institution fördern möchte.

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