Warum nehmen Ärzte keine neuen Patienten mehr an?
In vielen Regionen Deutschlands wird es immer schwieriger, einen neuen Hausarzt oder Kinderarzt zu finden. Viele Praxen weisen neue Patienten ab – nicht aus Unfreundlichkeit, sondern aus reiner Notwendigkeit. Der Hauptgrund: Überlastung.
Die Arbeit eines Arztes, besonders im Bereich der hausärztlichen oder kinderärztlichen Grundversorgung, ist oft schon jetzt an der Grenze des Machbaren. Wenn ein Arzt hunderte Patienten betreut, bleibt kaum noch Zeit für ausführliche Gespräche, gründliche Untersuchungen oder persönliche Betreuung. Kommt ein neuer Patient hinzu, müsste er oft Überstunden schieben – und das über einen längeren Zeitraum. Auf Dauer ist das weder gesund noch leistbar.
Ein Arzt darf deshalb laut gesetzlicher Regelung die Aufnahme weiterer Patienten verweigern, wenn er seine Sprechstunden nicht mehr vernünftig bewältigen könnte. Das gilt besonders für die Dauerbetreuung, also die langfristige Begleitung von chronisch Kranken oder Kindern. Hier zählt Kontinuität – und die leidet, wenn der Arzt ständig unter Zeitdruck steht.
Zudem spielt auch die Altersstruktur eine Rolle: Viele niedergelassene Ärzte nähern sich der Pensionierung, und gleichzeitig fehlt es an jungen Nachwuchskräften, besonders in ländlichen Gebieten. Das verschärft den Mangel zusätzlich.
Die Konsequenz ist klar: Manche Patienten müssen weite Wege in Kauf nehmen oder lange auf Termine warten. Lösungen liegen auf dem Weg – bessere Arbeitsbedingungen, mehr Unterstützung im Praxisteam, stärkere finanzielle Anreize für junge Ärzte. Bis dahin bleibt für viele die Hoffnung, bald einen Arzt zu finden, der noch Platz im Terminplan hat.
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