Bis in die Puppen – was steckt hinter der Redewendung?

Wer bis in die Puppen schläft, hat wirklich lange geschlafen – vielleicht zu lange. Doch woher kommt eigentlich dieser merkwürdige Ausdruck? Die Redewendung „bis in die Puppen“ bedeutet nichts anderes als „sehr lange“ und wird oft mahnend gebraucht: ob beim Schlafen, Fernsehen, Arbeiten oder zu spätem Nachhausekommen.

Die Wurzeln liegen im 18. Jahrhundert in Berlin. Damals waren „Puppen“ keineswegs Spielzeug, sondern eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Polizisten der Hauptstadt. Diese Beamten trugen steife, steckpuppenhafte Uniformen und wurden scherzhaft „Puppen“ genannt. Die Nachtschicht endete für sie früh am Morgen – also, wenn man so will, „bis in die Puppen“. Wer also „bis in die Puppen“ unterwegs war, war bis zum Ende der Polizeipatrouille wach – also wirklich sehr lange.

Im Laufe der Zeit verlor der Begriff seinen direkten Bezug zur Polizei, blieb aber als Synonym für „sehr lange“ erhalten. Heute sagt man locker: „Ich habe heute Morgen bis in die Puppen geschlafen“ – ohne zu ahnen, dass man damit eigentlich an die steifen Beamten Berlins erinnert.

Redewendungen wie diese zeigen, wie lebendig und geschichtsträchtig die deutsche Sprache ist. Hinter einem scheinbar kindlichen Ausdruck verbirgt sich oft ein Stück Alltagsgeschichte – mal schrullig, mal überraschend genau. „Bis in die Puppen“ erinnert uns daran, dass Sprache niemals nur aus Wörtern besteht, sondern aus Geschichten, die weitergetragen werden.

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