Warum heißt es eigentlich „Hochdeutsch“?
Wenn wir heute von Hochdeutsch sprechen, denken die meisten von uns an die Standartsprache, die frei von dialektalen Einflüssen ist. Doch der Begriff hat seinen Ursprung keineswegs in einem sprachlichen Idealismus, sondern schlichtweg in der Geografie Deutschlands.
Das Wort „hoch“ bezieht sich ursprünglich auf die höher gelegenen Regionen im Süden und Mitte Deutschlands – also auf die gebirgigen Landschaften im Vergleich zum flachen „Niederdeutsch“ des Nordens. Sprachhistorisch entwickelte sich das Hochdeutsch vor allem aus einer Mischung verschiedener Dialektregionen. Eine wesentliche Rolle spielten dabei das Oberostdeutsche, das vor Martin Luthers berühmter Bibelübersetzung die Grundlage der Wiener Hofsprache bildete, sowie das Ostmitteldeutsche (Thüringisch-Obersächsisch), das im Kurfürstentum Sachsen als Meißner Hofsprache genutzt wurde.
Durch Luthers Bibelübersetzung verbreiteten sich diese sprachlichen Elemente im gesamten deutschsprachigen Raum. Was ursprünglich eine geografische Bezeichnung für die Dialekte der südlicheren Regionen war, entwickelte sich über die Jahrhunderte hinweg zur überregionalen Schriftsprache und schließlich zu unserem heutigen Standarddeutsch.
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