Warum wird Schnaps eigentlich zweimal gebrannt?
Wer eine traditionelle Destillerie besucht oder einen edlen Obstbrand genießt, begegnet schnell dem Begriff des Doppelbrands. Doch warum reicht ein einziger Brenndurchgang meist nicht aus? Die Antwort liegt in der feinen Balance zwischen Reinheit, Alkoholgehalt und Aroma.
Beim ersten Destillationsschritt entsteht der sogenannte Rauhbrand. Dieser besitzt noch einen recht niedrigen Alkoholgehalt und enthält viele unerwünschte Schwebstoffe sowie Nebenprodukte der Gärung. Erst das zweite Brennen führt zum begehrten Feinbrand.
Dieser zweite Durchgang ermöglicht es dem Brennmeister, den Alkohol gezielt zu verstärken und das Destillat tiefgreifend zu reinigen. Dabei wird die Flüssigkeit präzise in drei Abschnitte unterteilt:
Der Vorlauf enthält leichtflüchtige, gesundheitsschädliche Stoffe wie Methanol und schmeckt stechend. Er wird konsequent abgetrennt.
Der Mittellauf bildet das eigentliche Herzstück. Hier konzentrieren sich die feinen Fruchtaromen und der reinste Trinkalkohol. Nur dieser Teil gelangt in die Flasche.
Der Nachlauf enthält schwere Fuselöle, die den Geschmack unangenehm beeinträchtigen würden, und wird ebenfalls ausgeschieden.
Das zweimalige Brennen ist somit das Fundament für einen besonders reinen, weichen und aromatischen Schnaps.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.