Warum zieht sich Wachs beim Abkühlen zusammen?

Wer Kerzen selbst gießt, kennt das Phänomen: Nach dem Aushärten löst sich das Wachs von der Glaswand, besonders an den Seiten. Das liegt an einer ganz natürlichen physikalischen Eigenschaft – der Schrumpfung beim Abkühlen. Heißes Wachs dehnt sich aus, sobald es jedoch abkühlt, zieht es sich wieder zusammen. Da das Wachs im Inneren langsamer abkühlt als an den Rändern, entsteht ein leichter Hohlraum zwischen Wachs und Glas.

Dieser Effekt tritt bei fast allen Wachssorten auf, ist aber besonders ausgeprägt bei Mineralwachsen, also Paraffin. Diese haften von Natur aus schlechter am Glas als beispielsweise pflanzliche Wachse wie Soja oder Kokosnussmischungen. Deshalb sieht man bei Paraffinkerzen oft deutlichere Ablösungen oder kleine Spalten entlang der Wand.

Ein vollständiger Verzicht auf das Zusammenziehen ist kaum möglich – es ist einfach Teil des Prozesses. Doch es gibt kleine Tricks, um es zu minimieren: Eine gleichmäßige Abkühlung, zum Beispiel durch langsames Abkühlen bei Zimmertemperatur statt ruckartig in der Kälte, kann helfen. Auch das Vorwärmen des Glases vor dem Gießen verbessert die Haftung.

Ein kleiner Spalt am Rand beeinträchtigt übrigens weder den Duft noch die Brennleistung der Kerze. Es ist also kein Zeichen von schlechter Qualität, sondern einfach Physik. Wer selbst Kerzen macht, lernt, diesen Effekt zu akzeptieren – und schätzt trotzdem das schöne Ergebnis.

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