Was bedeutet „SL“ in der Jugendsprache?
Immer öfter taucht das Kürzel SL in Chats, Kommentaren oder Storys auf – besonders unter jungen Leuten. Doch was steckt eigentlich dahinter? Auf den ersten Blick könnte man meinen, es sei eine neue Abkürzung aus der Internet-Sprache, wie „LOL“ oder „OMG“. Doch die Wahrheit ist, dass „SL“ ursprünglich gar nicht aus der Jugendsprache kommt, sondern aus dem Lateinischen.
Der Ausdruck sensu lato – abgekürzt s. l. – stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „im weiteren Sinne“. In wissenschaftlichen oder formellen Texten wird er genutzt, um eine weitere, weniger enge Deutung eines Begriffs zu beschreiben. Zum Beispiel: „Menschen – sensu lato – können auch Tiere einschließen, je nach Kontext.“ Doch im alltäglichen Gebrauch unter Jugendlichen hat sich die Bedeutung verschoben oder zumindest vereinfacht.
Manchmal wird „SL“ aber auch für sine loco – „ohne Ort“ – verwendet, vor allem in älteren oder akademischen Kontexten, wenn bei Zitaten der genaue Veröffentlichungsort fehlt. Doch das ist heute eher selten.
In der digitalen Kommunikation von heute dient „SL“ oft als spielerische oder ironische Füllung – ähnlich wie „eigentlich“ oder „sozusagen“. Es wird nicht immer ernst gemeint, sondern vielmehr, um einen lockeren Ton zu treffen. So kann „SL“ je nach Situation also sowohl intellektuellen Hintergrund haben als auch schlicht cool klingen wollen.
Letztendlich zeigt sich: Sprache lebt. Und was einst in lateinischen Lehrbüchern stand, findet heute neuen Ausdruck in Chats und Posts – mal ernst, mal mit Augenzwinkern.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.