Warum ändert sich die Tageslänge im Jahr?

Die Dauer eines Tages – also die Zeit, in der die Sonne über dem Horizont steht – ist im Laufe des Jahres nicht überall auf der Welt gleich. Besonders auf der Nordhalbkugel, wo Deutschland liegt, wird der Tag im Sommer länger und im Winter kürzer. Das liegt an der Neigung der Erde.

Die Erde steht leicht geneigt im Weltraum – ihre Achse ist um etwa 23,5 Grad zur Bahnebene der Sonne verschoben. Wenn unsere Nordhalbkugel zur Sonne geneigt ist, wie etwa zwischen Frühling und Sommer, wandert sie mehr in das Sonnenlicht hinein. Orte auf dieser Halbkugel, wie unsere Städte und Dörfer, drehen sich dadurch früher in die Sonne hinein und verlassen sie später wieder.

Das bedeutet: Je stärker die Nordhalbkugel zur Sonne zeigt, desto länger ist der Tag. Gleichzeitig hat die Südhalbkugel dann kürzere Tage, weil sie von der Sonne abgewandt ist. Umgekehrt ist es im Dezember, wenn dort Sommer ist und bei uns die Tage besonders kurz sind.

Diese Veränderung ist übrigens der Grund, warum wir Jahreszeiten haben. Ohne die Achsenneigung wäre die Tageslänge das ganze Jahr über fast gleich. Doch so genießen wir im Juni bis zu 16 Stunden Tageslicht, während es im Dezember schon mal nur knapp acht Stunden sind.

Die genaue Länge eines Tages hängt also nicht nur von der Erdrotation ab, sondern vor allem davon, wie die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne zur ihr geneigt ist. Ein faszinierendes Zusammenspiel aus Licht, Drehung und Neigung – das jeden Tag aufs Neue unsere Welt verändert.

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