Sollte man ungenutzte Räume heizen?

Ein weit verbreiteter Irrtum besagt, dass man ungenutzte Zimmer besser nicht heizen sollte, um Energie zu sparen. Doch das Gegenteil ist oft die bessere Lösung – besonders im Winter.

Wenn Räume dauerhaft kalt bleiben, kühlen Wände, Decken und Ecken schnell aus. Kalte Oberflächen ziehen Feuchtigkeit an, besonders wenn mal gelüftet wird oder die Luft im Haus ohnehin feucht ist. Die Folge: Schimmelbildung, vor allem in Ecken, hinter Möbeln oder an Fensterrahmen.

Warum passiert das? Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit halten als kalte. Wenn kalte Raumluft nicht aufgewärmt wird, erreicht sie schneller ihren Taupunkt – dann kondensiert die Feuchtigkeit an den Wänden. Genau dort, wo sich Schimmel gern ansiedelt.

Ein kurzes, falsches Lüften macht es noch schlimmer: Wer nur stoßlüftet, aber die Heizung auslässt, kühlt den Raum zusätzlich aus. Ohne Heizung kann die Feuchtigkeit nicht entweichen – sie bleibt in der Wand.

Die Lösung: Auch ungenutzte Räume leicht heizen, etwa auf 12–15 °C. Das reicht aus, um die Wände warm zu halten und Feuchtigkeit in der Luft zu binden. Gleichzeitig sollte regelmäßig gelüftet werden – am besten mehrmals kurz und gründlich, statt ständig gekippt zu lüften.

Einmal in der Woche kurz aufheizen und durchlüften reicht oft nicht aus. Wer denkt, auf diese Weise Heizkosten zu sparen, riskiert langfristig teuren Schimmelbefall und gesundheitliche Belastungen. Besser: gleichmäßiges Heizen, auch in selten genutzten Zimmern.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen