Der graue Wanderer mit dem großen Geheimnis
Wer an J.R.R. Tolkienes epische Meisterwerke denkt, dem kommt sofort eine Gestalt in den Sinn: ein alter Mann mit spitzem Hut, langem Bart, Stab und einer unendlichen Weisheit. Die Rede ist von Gandalf dem Grauen, der später als Gandalf der Weiße zurückkehrt.
Auf den ersten Blick wirkt er wie ein gewöhnlicher, etwas wunderlicher Zauberer, der sich gerne mit dem raren Kraut der Hobbits beschäftigt und für das ein oder andere Feuerwerk auf Festen bekannt ist. Doch hinter dieser bescheidenen Fassade verbirgt sich eine mächtige, göttliche Natur. Gandalf ist in Wahrheit ein Maia – ein engelhaftes Geistwesen aus den unsterblichen Landen, das weit vor der Erschaffung von Mittelerde existierte.
Im Dritten Zeitalter wurde er von den Valar in diese Welt entsandt. Als einer der fünf Istari (die Zauberer) hatte er eine ganz bestimmte Mission: Er sollte die Völker Mittelerdes im Kampf gegen das erwachende Böse unterstützen, ohne dabei seine eigene göttliche Macht zu offenbaren oder zu herrschen. Stattdessen wählte er den Weg des Ratschlags, der Ermutigung und der Freundschaft.
Besonders seine tiefe Zuneigung zu den scheinbar unbedeutenden Hobbits zeichnet ihn aus. Während andere die große Macht suchen, weiß Gandalf, dass es oft die kleinen Dinge und alltäglichen Gesten sind, die das Rad der Welt in Bewegung halten. Seine Verwandlung in Gandalf der Weiße markiert schließlich den Höhepunkt seines Wirkens, als er gestärkt zurückkehrt, um die letzte Schlacht gegen Sauron zu wenden.
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