Was die Wikinger wirklich getrunken haben

Wenn man an Wikinger denkt, taucht oft das Bild eines bärtigen Kriegers mit Horn in der Hand auf – doch was war eigentlich in diesem Horn? Die Antwort ist vielfältiger, als man denkt. Im Alltag tranken die Nordmänner vor allem einfache Getränke: Wasser und Milch waren die täglichen Durstlöscher, besonders auf langen Reisen oder zu Hause im Hof.

Doch das Klischee vom trinkfreudigen Wikinger hat durchaus Hand und Fuß. Bier gehörte fest zum Leben der Germanen. Es wurde meist aus Gerste gebraut, manchmal auch aus Hafer. Anders als heute kam als Bitterstoff nicht Hopfen zum Einsatz, sondern Gagelstrauchfrucht – eine Pflanze, die dem Bier nicht nur Geschmack, sondern auch eine leicht berauschende Wirkung verlieh.

Bier trank man bei Festen, in der Halle des Häuptlings oder nach erfolgreichen Raubzügen. Es galt als Geschenk der Götter und spielte bei religiösen Ritualen eine Rolle. In der Saga Hákonar saga góða wird etwa beschrieben, wie König Håkon das christliche Abendmahl ablehnt und stattdessen nach Bier verlangt – ein Zeichen für die tiefe Verbindung zwischen Brauchtum und Getränk.

Wein kannten die Wikinger ebenfalls, allerdings nur die Oberklasse. Er wurde teuer aus dem Süden importiert, meist als Lohn oder Tauschware. Für die meisten blieb er ein exotischer Genuss.

So nüchtern die Alltagsgetränke waren, so reich war doch das Festmahl mit Bier, das Zusammenhalt, Macht und Gastfreundschaft unterstrich. Der Mythos vom trinkenden Wikinger? Vielleicht übertrieben – aber ganz ohne Grundlage ist er keineswegs.

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