Was ist Fatigue?

Fatigue ist ein Begriff, der im Deutschen oft nicht übersetzt wird, obwohl er eine ganz konkrete Bedeutung hat: tiefe, andauernde Müdigkeit. Das Wort stammt vom lateinischen „Fatigatio“ ab, was „Ermüdung“ oder „Erschöpfung“ bedeutet. Doch es handelt sich hier nicht um normale Müdigkeit nach einem langen Tag, sondern um ein krankhaftes Erschöpfungsgefühl, das oft unverhältnismäßig zur vorangegangenen Belastung ist.

Menschen mit Fatigue fühlen sich kraftlos, ausgelaugt – manchmal bereits am Morgen nach einem scheinbar erholsamen Schlaf. Selbst längere Pausen oder Ruhezeiten bringen kaum Linderung. Besonders bekannt ist dieses Phänomen bei schweren Erkrankungen wie Krebs, aber auch bei chronischen Krankheiten wie Multipler Sklerose oder nach schweren Infektionen kann Fatigue auftreten.

Die deutsche Krebsgesellschaft weist darauf hin, dass Fatigue nicht einfach „weggeschlafen“ werden kann. Es handelt sich um einen medizinischen Zustand, der ernst genommen werden muss. Betroffene beschreiben es oft als geistige und körperliche Leere, gepaart mit mangelnder Konzentrationsfähigkeit und fehlender Motivation. Die Ursachen sind vielfältig: von körperlichen Folgen der Erkrankung bis hin zu psychischen Belastungen.

Obwohl das Wort "Fatigue" aus dem Englischen zu stammen scheint, hat es sich längst im medizinischen und alltäglichen Sprachgebrauch etabliert – weil es einen Zustand benennt, für den es im Deutschen kein exaktes Gegenstück gibt. Wer unter solcher Erschöpfung leidet, sollte sich Unterstützung holen: durch Ärzt*innen, Therapeut*innen oder Selbsthilfegruppen.

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