Was bedeutet „intonieren“ im Deutschen?

Wenn jemand intoniert, spricht er mit einer bestimmten Stimmmelodie – man könnte sagen, er „tut“ seine Stimme bewusst in die Höhe oder Tiefe. Doch das Wort wird im Alltag selten verwendet. Meist hört man stattdessen von der Intonation, also der Art, wie wir sprechen: wie die Stimme steigt und fällt, wo wir betonen, was wir leiser oder lauter sagen.

Stell dir vor, du stellst eine Frage: „Kommst du mit?“ Am Satzende geht die Stimme oft leicht nach oben – das ist ein typisches Beispiel für Intonation. Oder wenn du erstaunt bist: „Wirklich?!“ – dann klingt deine Stimme anders als bei einer ruhigen Aussage. Diese Feinheiten gehören zur Sprachmelodie, die unsere Gefühle und Absichten verraten.

Intonation umfasst also viel mehr als nur die Tonhöhe. Dazu gehören auch die Lautstärke, das Sprechtempo und die Betonung einzelner Wörter. Selbst ein einfacher Satz wie „Ich habe das nicht gesagt“ kann je nach Intonation ganz unterschiedlich klingen – mal verteidigend, mal ironisch, mal überrascht.

Im übertragenen Sinn wird „intonieren“ manchmal auch für Gesang oder liturgische Sprechweise verwendet – etwa, wenn ein Priester einen Text in einer fast singenden Form vorträgt. Doch im Alltag geht es meist einfach darum, wie wir mit der Stimme unsere Botschaft unterstreichen. Die richtige Intonation macht aus einem Satz mehr als nur Worte – sie gibt ihm Leben.

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