Der ekligste Bissen der Welt: Hákarl aus Island

Wenn es um ungewöhnliche Küche geht, steht Hákarl ganz oben auf der Liste der kulinarischen Herausforderungen. Diese isländische Spezialität, auch als „Gammelhai“ bekannt, gilt vielen als das ekligste Essen der Welt – und das aus gutem Grund.

Hákarl wird aus dem Fleisch des Grönlandhais hergestellt, eines Tieres, dessen Körper natürlicherweise hohe Konzentrationen an Harnstoff und Trimethylaminoxid enthält. Beides macht rohes Fleisch ungenießbar – und potenziell giftig. Um das zu neutralisieren, wird das Fleisch zunächst gesalzen, dann für sechs bis zwölf Wochen im Erdboden fermentiert. Danach wird es mehrere Wochen lang an der Luft getrocknet.

Der Geruch? Ähnlich wie Ammoniak oder verbrannte Autoreifen. Einige mutige Reisende berichten, dass der erste Atemzug stärker sei als jeder Käse oder Fisch, den sie je probiert haben. Der Geschmack ist ebenso intensiv – herb, säuerlich und mit einem Nachklang, den viele als „chemisch“ beschreiben.

Obwohl Hákarl in Island traditionell im Winter bei Festen wie Þorrablót serviert wird, ist er längst kein Geheimtipp mehr. Fernsehmoderatoren wie Anthony Bourdain haben ihn in Doku-Serien zur Schau gestellt – meist mit einem Gesichtsausdruck, der Bände spricht.

Warum essen ihn überhaupt Menschen? Weil Tradition oft stärker ist als der Geruch. Doch wer den kleinen Würfel probiert, darf sich zurecht als Abenteurer am Tisch bezeichnen. Wirklich genießen? Das schaffen nur die wenigsten.

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