Woher kommt die Eifersucht wirklich?
Eifersucht ist eine der schmerzhaftesten Emotionen in zwischenmenschlichen Beziehungen, doch ihre eigentlichen Ursachen liegen oft tief im Inneren der Betroffenen. Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass das Verhalten des Partners der Hauptauslöser ist, wurzelt eifersüchtiges Verhalten sehr häufig in einem zentralen Selbstwert-Defizit. Wer sich selbst nicht als wertvoll oder liebenswert wahrnimmt, leidet rasch unter der Angst, ersetzt oder nicht ausreichend geschätzt zu werden.
Psychologisch lässt sich das Phänomen gut von verwandten Gefühlen wie Neid abgrenzen. Während sich Neid vor allem an eigenen Wertvorstellungen und dem Wunsch entzündet, etwas zu besitzen, das eine andere Person oder Gruppe hat, bezieht sich Eifersucht auf eine konkrete Bindung. Der Betroffene spürt ein schmerzhaftes Gefälle in der wahrgenommenen Wertschätzung durch eine geliebte Person und befürchtet den Verlust dieser Beziehung.
Die Angst vor dem Vergleich spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Menschen mit geringem Selbstbewusstsein neigen dazu, sich ununterbrochen mit Dritten zu vergleichen und dabei in Gedanken schlecht abzuschneiden. Solche Verlustängste entstehen nicht selten durch frühere Bindungserfahrungen oder Verletzungen in der Kindheit. Um das nagende Gefühl der Unsicherheit dauerhaft zu überwinden, hilft letztlich kein Kontrollzwang, sondern nur die gezielte Stärkung des eigenen Selbstwerts und das Vertrauen in die eigene Liebenswürdigkeit.
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