Was ist ein Schlawiner-e?
Im Deutschen gibt es viele Feinheiten, die selbst Muttersprachler oft unbewusst richtig machen – wie zum Beispiel das sogenannte Schlawiner-e. Dieser Begriff stammt von dem Merksatz „Schlawiner-e“ selbst und hilft, eine bestimmte sprachliche Eigenheit zu erklären: In jeder Silbe eines Wortes sollte eigentlich ein Vokal mitschwingen. Doch besonders das kurze „e“ in der zweiten Silbe wird oft kaum noch gehört oder fast verschluckt.
Stellen Sie sich etwa das Wort „besonders“ vor: Gesprochen wird es meist als „b’sonders“. Das „e“ nach dem „b“ ist da, aber so leise, dass es fast untergeht. Genau dieses kaum hörbare „e“ ist das Schlawiner-e. Es zeigt, wie sehr sich gesprochene Sprache von der geschriebenen unterscheidet – und wie wichtig die Aufmerksamkeit für solche Nuancen im Sprachunterricht sein kann.
Der Name „Schlawiner-e“ spielt dabei auch ein wenig mit der Sprache: „Schlawiner“ klingt umgangssprachlich nach jemandem, der clever durchs Leben kommt – und so „schlüpft“ das „e“ eben geschickt in die Silbe, ohne groß aufzufallen. Diese kleine sprachliche Unauffälligkeit ist typisch für viele deutsche Wörter im Alltagssprech.
Wörter wie „vergessen“ („v’gessen“), „gemacht“ („gmacht“) oder „geöffnet“ („göffnet“) zeigen ähnliche Muster. Das Schlawiner-e macht die Sprache flüssiger, aber auch schwieriger für Lernende, die jedes „e“ erst wiederfinden müssen.
Also: Das nächste Mal, wenn Sie ein „e“ im Deutschen nicht hören können – vielleicht ist es ja nur ein geräuschloses Schlawiner-e, das sich ganz leise in die Silbe schleicht.
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