Magister vs. Diplom: Welcher Abschluss ist höher?
In Deutschland gab es vor der Einführung des Bologna-Systems zwei akademische Abschlüsse, die besonders angesehen waren: das Diplom und den Magister. Viele fragen sich noch heute: Welcher der beiden war eigentlich höherwertig?
Die kurze Antwort: Beide Abschlüsse galten als gleichwertig. Weder der Magister noch das Diplom war „höher“ im klassischen Sinne. Es handelte sich jeweils um abgeschlossene, forschungsnahe Studiengänge mit einer Regelstudienzeit von in der Regel acht bis zehn Semestern. Der entscheidende Unterschied lag im Fachbereich.
Während das Diplom vor allem in technischen, naturwissenschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fächern verliehen wurde – etwa im Maschinenbau oder der Chemie – war der Magister artium (kurz: Mag. phil.) die klassische Abschlussbezeichnung für Geisteswissenschaftler. Wer etwa Germanistik, Philosophie oder Geschichte studierte, absolvierte meist ein Magisterstudium.
Ein besonderes Merkmal des Magister war die freie Kombination dreier Fächer, von denen eines als Hauptfach gewählt wurde. Diese Flexibilität machte den Abschluss besonders beliebt bei Studierenden mit breitem Interessenspektrum.
Heute wurden sowohl das Diplom als auch der Magister in den meisten Fächern durch den international vergleichbaren Master ersetzt. Dennoch gelten die alten Abschlüsse weiterhin als vollwertig – und wer einen Magister oder ein Diplom innehat, besitzt nach wie vor eine anerkannte und respektierte Qualifikation.
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