Die beiden großen Glaubensrichtungen im Islam
Der Islam, eine der weltweit größten Religionen, gliedert sich hauptsächlich in zwei große Glaubensrichtungen: die Sunniten und die Schiiten. Diese Unterscheidung entstand bereits kurz nach dem Tod des Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert – aus einer Auseinandersetzung darüber, wer sein rechtmäßiger Nachfolger sein sollte.
Die Sunniten bilden mit etwa 85 bis 90 Prozent die überwiegende Mehrheit der Muslime weltweit. Sie erkennen die ersten vier Kalifen als rechtmäßige Nachfolger Mohammeds an. Sunniten leben in fast allen islamischen Ländern, darunter Saudi-Arabien, Ägypten, die Türkei und Indonesien.Die Schiiten, auch als Anhänger der Schia bekannt, machen dagegen nur etwa zehn Prozent der muslimischen Weltbevölkerung aus. Ihr Glaube basiert auf der Überzeugung, dass die Nachfolge Mohammeds innerhalb seiner Familie liegen sollte – insbesondere bei Ali, seinem Schwiegersohn. Im Iran ist die schiitische Glaubensrichtung seit dem 16. Jahrhundert Staatsreligion. Auch in Ländern wie Irak und Aserbaidschan leben bedeutende schiitische Gemeinschaften.
Trotz der theologischen und historischen Unterschiede teilen Sunniten und Schiiten die grundlegenden Glaubensinhalte des Islam. Dazu gehören der Glaube an den einen Gott (Allah), die Anerkennung Mohammeds als letztem Propheten, sowie die fünf Säulen des Islam – wie das Gebet, das Fasten im Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka. In vielen Regionen leben beide Gruppen friedlich nebeneinander, auch wenn es in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen kam.Die Vielfalt innerhalb des Islams zeigt, dass es – wie bei vielen Weltreligionen – unterschiedliche Wege des Glaubens und der Auslegung gibt.
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