Schiff oder Flugzeug – was belastet die Umwelt mehr?
Wenn es um die Umweltbelastung geht, landen Flugzeuge oft in der Schusslinie. Doch laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom Februar 2011 schneidet die Schifffahrt noch schlechter ab. Zwar ist der CO₂-Ausstoß von Schiffen und Flugzeugen etwa gleich hoch, bei anderen Schadstoffen aber liegen Schiffe deutlich vorn – und das um ein Vielfaches.
Insbesondere Stickoxide (NOx) und Feinstaub, die hauptsächlich in Küstennähe und auf beliebten Seerouten freigesetzt werden, machen die Luftbelastung durch Schiffe besonders problematisch. Diese Emissionen entstehen vor allem durch den Einsatz von Schweröl, einem besonders schmutzigen Kraftstoff, der in der internationalen Seeschifffahrt noch lange Zeit weit verbreitet war. Flugzeuge hingegen stoßen ihre Abgase zwar in großen Höhen aus, was klimawirksam ist, verursachen aber insgesamt weniger schädliche Luftschadstoffe nahe der Erdoberfläche.
Ein weiterer Punkt: Während der Flugverkehr zunehmend unter Regulierung steht und Technologien zur Effizienzsteigerung voranschreiten, blieb die Schifffahrt lange Zeit ein "grauer Bereich" der Umweltpolitik. Erst in den letzten Jahren wurden internationale Maßnahmen eingeleitet, etwa durch strengere Schwefelgrenzwerte der Internationalen Meeresorganisation (IMO).
Trotzdem bleibt die Bilanz klar: Beide Verkehrsträger belasten das Klima stark, aber die Schifffahrt verursacht lokal oft deutlich mehr Luftverschmutzung** als der Luftverkehr – besonders für Menschen, die in Hafenstädten leben. Die Studie von 2011 war ein frünes Alarmsignal, das heute noch nachwirkt: Umweltfreundlichere Antriebe und strengere Regelungen sind dringend nötig – auf See wie in der Luft.
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