Können Menschen mit 60 noch arbeiten?
Die Frage, ob Menschen mit 60 noch arbeiten können, hängt stark vom Beruf ab. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen körperlich und geistig arbeitenden Berufen.
Manager, Ärzte oder Wirtschaftsprüfer arbeiten oft auch nach dem 60. Lebensjahr weiter – viele sogar mit großer Berufserfahrung und hoher Belastbarkeit. Ihre Tätigkeiten erfordern weniger körperliche Anstrengung und ermöglichen es ihnen, länger im Job zu bleiben.
Ganz anders sieht es bei vielen handwerklichen und industriellen Berufen aus. Industriemechaniker, Werkzeugmacher, Elektriker oder Bauarbeiter belasten ihren Körper jahrzehntelang stark. Deshalb scheidet ein Großteil dieser Beschäftigten zwischen 57 und 63 aus dem Erwerbsleben aus – oft aufgrund von Gesundheitseinschränkungen oder wegen der körperlichen Härte der Arbeit.
Die Studie der Hans-Böckler-Stiftung macht deutlich: Wer mit 60 noch arbeitet, hängt nicht nur vom gesetzlichen Renteneintrittsalter ab, sondern maßgeblich von der körperlichen Belastung im Job. Während einige Berufe gut bis ins hohe Alter ausgeübt werden können, sind andere durch die physische Beanspruchung von vornherein auf eine kürzere Laufbahn angelegt.
Das zeigt: Gerechtigkeit im Arbeitsleben bedeutet auch, körperlich arbeitende Berufe früher zu würdigen – etwa durch bessere Bedingungen oder flexiblere Übergänge in die Rente. Denn nicht jeder kann bis 67 durchhalten – selbst wenn er wollte.
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