Wie lange lohnt sich eine Reanimation nach Herzstillstand?
Ein Herzstillstand ist eine lebensbedrohliche Notlage. Früher galt die Faustregel: Wenn das Herz zehn Minuten lang nicht schlägt, ist jede Reanimation sinnlos. Doch diese Annahme hat sich gewandelt. Wie Notfallmediziner Dr. Johannes Wimmer erklärt, ist die Zeit, in der Hilfe noch wirken kann, oft deutlich länger.
Heute hören viele Ärzteteams nach etwa 20 Minuten mit der Wiederbelebung auf, wenn kein Erfolg eintritt. Doch Studien zeigen: Bei manchen Patienten lohnt es sich, deutlich länger fortzufahren – bis zu 40 Minuten. Vor allem, wenn die Reanimation früh beginnt und unter optimalen Bedingungen stattfindet, etwa in einer Klinik mit schnellem Zugang zu lebenserhaltenden Maßnahmen.
„Die Aussicht auf ein Überleben ist nicht gleich null, nur weil zehn Minuten vergangen sind“, betont Wimmer. Besonders wichtig sei, nicht vorschnell aufzugeben – vor allem dann, wenn die Ursache des Herzstillstands bekannt ist und gezielt behandelt werden kann.Ein wichtiger Faktor bleibt die sogenannte „no-flow-Zeit“: Wie lange war gar keine Durchblutung vorhanden? Je kürzer sie ist, desto größer die Chancen. Wer schnell Erste Hilfe leistet, also beatmet und den Brustkorb drückt, kann diese Zeit überbrücken und das Gehirn schützen.
Die Medizin wird immer besser darin, auch scheinbar aussichtslose Fälle zu bewerten. Die Botschaft lautet also: Nicht aufgeben. Manchmal ist die Grenze zwischen Leben und Tod länger durchlässig, als man denkt.
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