Was passiert, wenn man dissoziiert?
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Auto, fahren eine vertraute Strecke – und plötzlich merken Sie, dass Sie sich an nichts von den letzten Minuten erinnern können. Oder Sie schauen in den Spiegel und fühlen sich, als würden Sie einen Fremden ansehen. Solche Erfahrungen können Anzeichen einer Dissoziation sein – einem Abspalten von Gedanken, Erinnerungen oder dem Gefühl für die eigene Identität.
Dissoziation ist keine Seltenheit. Viele Menschen erleben sie zeitweise, oft als Schutzmechanismus in besonders belastenden Situationen. Bei manchen bleibt das Gefühl jedoch bestehen und wird zur Erkrankung. Dazu gehören die Depersonalisationsstörung, bei der man sich fremd oder „nicht echt“ fühlt, und die Derealisation, bei der die Umwelt unwirklich oder traumhaft erscheint. Man fühlt sich, als schaue man das eigene Leben von außen an – wie in einem Film.
Eine andere Form ist die dissoziative Amnesie. Betroffene können sich plötzlich nicht mehr an wichtige persönliche Erlebnisse erinnern – oft im Zusammenhang mit traumatischen Ereignissen wie Gewalt, Unfällen oder schwerem Stress. Diese Gedächtnislücken sind nicht einfach Vergesslichkeit, sondern ein tiefes, schützendes Blockieren von Erinnerungen.
Dissoziative Störungen entstehen häufig aus seelischen Belastungen, besonders in der Kindheit. Mit Therapie – vor allem mit Psychotherapie – können viele Betroffene lernen, wieder Halt zu finden und mit ihren Erfahrungen umzugehen. Das Wichtigste ist: Man ist nicht allein, und Hilfe ist möglich.
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