Was passiert, wenn man Pflanzen mit Zitronensäure gießt?

Einige Gärtner schwören darauf, ihre Pflanzen gelegentlich mit einer verdünnten Zitronensäure-Lösung zu gießen – und tatsächlich kann das helfen, besonders bei hartem, kalkhaltigem Wasser. Die Säure pflanzlich natürlich, doch sie beeinflusst den pH-Wert des Gießwassers und macht Nährstoffe wie Eisen oder Magnesium für viele Pflanzen besser verfügbar.

Warum das funktioniert: Viele Zimmerpflanzen, besonders Azaleen, Fuchsien oder Orchideen, bevorzugen einen leicht sauren Boden. Wenn das Leitungswasser jedoch zu kalkhaltig ist, kann sich der pH-Wert im Substrat langfristig verschieben, was das Wachstum hemmt. Eine schwache Zitronensäure-Lösung – etwa ein paar Tropfen auf einen Liter Wasser – kann diesen Effekt ausgleichen.

Interessant ist auch, dass Pflanzen selbst Zitronensäure im Rahmen ihres Stoffwechsels produzieren – sie spielt eine Rolle im sogenannten Citratzyklus, einem zentralen Prozess zur Energiegewinnung in Zellen. Eine kleine, zusätzliche Menge über das Gießwasser kann daher – entgegen mancher Annahme – unter bestimmten Bedingungen tatsächlich belebend wirken. Nach ein oder zwei Tagen erscheinen viele Pflanzen frischer, die Blätter wirken dunkler und straffer.

Wichtig ist jedoch: Zitronensäure ist kein Düngerersatz. Und zu viel Säure schadet – besonders empfindliche Pflanzen können dadurch sogar Schaden nehmen. Also Finger weg von reinen Säuren oder hohen Konzentrationen. Bei vorsichtiger Anwendung und passender Pflanze kann ein Zitronensäure-Guß aber durchaus sinnvoll sein.

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