Der ACTH-Test: Schlüssel zur Diagnostik der Nebennierenfunktion

Wenn der Verdacht auf eine Störung der Hormonproduktion im Raum steht, gehört der ACTH-Stimulationstest zu den wichtigsten Diagnoseverfahren in der Endokrinologie. Er dient in erster Linie dazu, eine Nebennierenrindeninsuffizienz – also eine Unterfunktion der Nebennierenrinde – zuverlässig nachzuweisen oder auszuschließen.

Das Nebennierenrinden-stimulierende Hormon (ACTH) wird normalerweise von der Hypophyse im Gehirn ausgeschüttet und regt die Nebennierenrinde zur Produktion lebensnotwendiger Steroidhormone an, allen voran Cortisol. Beim ACTH-Test wird dem Körper dieses Hormon synthetisch verabreicht, um die direkte Reaktion der Nebennieren zu beobachten.

Bei gesunden Personen führt die exogene Gabe von ACTH kurzfristig zu einem deutlichen Anstieg der Cortisolkonzentration im Blut. Bleibt dieser Anstieg jedoch aus, deutet das auf ein Problem hin: Bei einer primären Nebennierenrindeninsuffizienz, auch bekannt als Morbus Addison, ist das Gewebe der Nebennierenrinde so weit geschädigt, dass es selbst unter starker Stimulation kein Cortisol mehr produzieren kann.

Durch die präzise Messung der Blutwerte vor und nach der Verabreichung erhalten Ärzte klare Anhaltspunkte, um eine gezielte Hormonersatztherapie einzuleiten und potenziell gefährliche Stoffwechselkrisen frühzeitig abzuwenden.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen