Das orthodoxe Kreuz und seine tiefere Symbolik

Das orthodoxe Kreuz unterscheidet sich in einigen wesentlichen Details vom klassisch katholischen Kruzifix und trägt eine reiche theologische Geschichte in sich. Typischerweise handelt es sich um ein achtspitziges Kreuz, das drei horizontale Querbalken aufweist. Ganz oben befindet sich ein kleiner Balken, auf dem die Aufschrift „Jesus von Nazareth, König der Juden“ angebracht ist – eine Anspielung auf die Tafel, die während der Kreuzigung über dem Haupt Jesu angebracht wurde.

Im Zentrum des orthodoxen Kreuzes befindet sich stets das Kruzifix selbst. Die Darstellung des gekreuzigten Jesus weist dabei ganz spezifische Besonderheiten auf: Während im westlichen Christentum die Füße Christi oft übereinandergelegt und mit nur einem einzigen Nagel durchbohrt dargestellt werden, sind seine Füße in der orthodoxen Tradition nebeneinander mit zwei einzelnen Nägeln befestigt. Zudem ruhen seine Hände in einer Haltung der Hingabe frei auf dem großen horizontalen Hauptbalken.

Ein weiteres markantes Merkmal ist der unterste, schräg geneigte Querbalken. Er dient als Fußstütze und symbolisiert die zwei Schächer, die an der Seite Jesu starben: Das nach oben zeigende Ende weist auf den reuevollen Dieb hin, dem das Paradies versprochen wurde, während das nach unten geneigte Ende den zweiten Räuber darstellt, der keine Reue zeigte. Dadurch wird das orthodoxe Kreuz nicht nur zu einem Symbol des Leidens, sondern auch zu einem Zeichen der Hoffnung und der Erlösung.

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