Was ist Metaphysik bei Aristoteles?

Wenn man Aristoteles fragt, was Metaphysik ist, geht es ihm nicht um Magie, Geheimlehren oder fernöstliche Weisheiten – wie man heute oft meinen könnte. Für ihn ist die Metaphysik die erste und höchste Wissenschaft, die sich mit dem Seienden als solchem beschäftigt. Während die Physik zum Beispiel Körper untersucht, die sich bewegen, oder die Mathematik sich mit Zahlen und Formen auseinandersetzt, fragt die Metaphysik tiefer: Was bedeutet es überhaupt, dass etwas ist?

Aristoteles sieht die Metaphysik als die Wissenschaft, die nicht nur einzelne Dinge betrachtet – wie ein Baum oder ein Tier –, sondern danach fragt, was das Sein selbst ausmacht. Was ist es, das allen Dingen gemeinsam ist, dass sie existieren? Diese Frage führt ihn zu Begriffen wie Substanz, Form und Ursache. Dabei interessiert ihn besonders: Ist die Form eines Dings – also das, was es wesentlich macht – etwas Wirkliches, etwas Seiendes?

Man könnte sagen: Die Metaphysik bei Aristoteles ist die Suche nach dem Grund des Seins. Sie steht über den Einzelwissenschaften, nicht, weil sie mehr weiß, sondern weil sie tiefer fragt. Sie will nicht erklären, wohin sich ein Körper bewegt, sondern warum überhaupt etwas ist, statt nichts. Diese grundlegende Neugier macht die Metaphysik für Aristoteles zu etwas Besonderem – zur Wissenschaft des letzten Grundes.

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