Ältere Verkehrsteilnehmer: Risikogruppe im Strassenverkehr

Immer wieder stellt sich die Frage, welche Altersgruppe im Straßenverkehr am stärksten gefährdet ist. Oft wird vermutet, dass junge Fahrer die meisten Unfälle verursachen. Doch die Zahlen zeigen ein anderes Bild: Besonders Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren gehören heute zur am stärksten gefährdeten Gruppe im Strassenverkehr – nicht weil sie häufiger Unfälle verursachen, sondern weil sie bei einem Crash viel schwerere Verletzungen erleiden und eine deutlich höhere Sterblichkeit aufweisen.

Laut Angaben der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) liegt die Letalität – also die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen eines Unfalls zu sterben – bei älteren Menschen deutlich höher als bei jüngeren. Hochgerechnet auf 1000 verunfallte Personen sterben durchschnittlich 30 Personen ab 65 Jahren. Der Grund liegt weniger in mangelnder Fahrkompetenz, sondern vielmehr in der körperlichen Verletzlichkeit: Ältere Körper vertragen Aufprall und Schock schlechter.

Das bedeutet nicht, dass Senioren nicht mehr fahren sollten. Viele bleiben fit und verantwortungsbewusst hinter dem Steuer. Wichtig ist jedoch, dass sie sich ihrer körperlichen Grenzen bewusst werden – etwa durch regelmäßige Gesundheitschecks, angepasste Fahrzeuge oder den freiwilligen Verzicht auf Nachtfahrten. Auch die Gesellschaft kann mithelfen, zum Beispiel durch verkehrssichere Städte und klare Verkehrszeichen.

Respekt und Umsicht gehören daher von allen Seiten: Junge wie alte Verkehrsteilnehmer profitieren von mehr Rücksichtnahme. Denn Sicherheit auf der Straße ist eine Aufgabe für alle – unabhängig vom Alter.

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