Die richtige Bibel in der orthodoxen Tradition
Wer nach einer Bibel für den orthodoxen Gebrauch sucht, stößt schnell auf einen entscheidenden Unterschied zu westlichen Kirchentraditionen: Das Alte Testament basiert in der orthodoxen Kirche nicht auf dem hebräischen masoretischen Text, sondern auf der griechischen Septuaginta. Diese altgriechische Übersetzung entstand bereits vor der Zeit Christi und gilt in der Orthodoxie als von der Kirche geheiligte Textgrundlage.
Obwohl sich die Septuaginta und die hebräische Fassung in vielen Teilen decken, gibt es mitunter erhebliche Unterschiede. Dazu gehören sprachliche Nuancen, abweichende Versfassungen und vor allem zusätzliche Bücher, die im hebräischen Kanon fehlen. Da die Zitate im Neuen Testament und die Liturgie der Kirche größtenteils auf der Septuaginta beruhen, ist diese Texttradition für das orthodoxe Glaubensverständnis essenziell.
Für Deutschlesende bietet sich das Übersetzungsprojekt „Septuaginta Deutsch“ an, um den altgriechischen Text genau zu studieren. Wer eine praxisnahe Ausgabe sucht, greift häufig zur „Orthodox Study Bible“, die den Text der Septuaginta mit altkirchlichen Erklärungen und Kommentaren verbindet. Alternativ empfiehlt sich im Deutschen eine klassische Bibelübersetzung, die zumindest die deuterokanonischen Schriften enthält.
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