Welche Blutwerte steigen durch Cortison?

Bei der Einnahme von Cortison, einer Gruppe sogenannter Glucocorticoide, verändert sich das Blutbild oft spürbar. Ein auffälliger Befund ist der Anstieg der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen. Diese Zellen sind Teil des Immunsystems und spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infekten. Durch Cortison wird ihre Verteilung im Körper beeinflusst: Mehr Leukozyten gelangen aus den Randbereichen des Blutgefäßsystems in die zirkulierende Blutbahn, was zu einer künstlichen Erhöhung im Laborwert führt.

Interessanterweise senkt Cortison zwar die Zahl bestimmter Immunzellen wie Lymphozyten und Eosinophile, insgesamt zeigt sich im Blutbild aber ein Anstieg der Leukozytenzahl. Das kann bei der Beurteilung einer Entzündung irritieren – denn obwohl die Werte hoch sind, ist die Immunreaktion des Körpers oft gedämpft.

Auch andere Blutwerte können durch Cortison beeinflusst werden. So kann es zu erhöhten Blutzuckerwerten kommen, besonders bei empfindlichen oder diabetischen Patienten. Langfristig kann Cortison außerdem den Cholesterinspiegel und die Natriumwerte im Blut anheben, während Kalium gesenkt wird.

Wer regelmäßig Cortison einnimmt, sollte daher regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen lassen. So können mögliche Veränderungen früh erkannt und angepasst werden. Besonders wichtig ist es, diese Werte im klinischen Kontext zu bewerten – also immer in Verbindung mit den Symptomen des Patienten.

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