Welche Brennweite hat das menschliche Auge?

Das menschliche Auge funktioniert wie ein hochentwickeltes optisches System – doch anders als bei einer Kamera lässt sich seine Brennweite nicht einfach umstellen. Stattdessen passt sich das Auge durch die sogenannte Akkommodation an verschiedene Entfernungen an.

Wenn von der Brennweite des Auges gesprochen wird, meint man meist die *hintere* und *vordere Brennweite*. Die hintere Brennweite beschreibt den Abstand vom letzten Brechungspunkt im Auge – meist der Linse – bis zur Netzhaut, wo das Bild scharf abgebildet wird. Dieser Wert liegt bei etwa 22,8 mm. Die vordere Brennweite hingegen bezieht sich auf den Punkt vor der Linse, von dem aus paralleles Licht idealerweise auf einen Fokus gebündelt wird. Hier beträgt der Abstand ungefähr 17 mm.

Diese Werte sind entscheidend für die Berechnung von Brillen- oder Kontaktlinsenstärken, besonders bei Kurz- oder Weitsichtigkeit. Im Gegensatz zu einer Kamera erreicht das Auge seine optimale Schärfe nicht durch Verändern der Brennweite, sondern durch die Formveränderung der Linse: Bei nahen Objekten wird sie stärker gewölbt, bei weiter entfernten flacher.

So beeindruckend das System auch ist – mit dem Alter nimmt die Elastizität der Linse ab. Dann hilft oft nur noch eine Brille, um die natürliche Brennweitenanpassung des Auges zu unterstützen. Unser Sehen ist also kein statischer Vorgang, sondern ein dynamisches Zusammenspiel aus Anatomie und Physik.

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