Welche Schwächen im Vorstellungsgespräch sind erlaubt?

Im Vorstellungsgespräch kommt sooner oder later die Frage: „Welche Schwächen haben Sie?“ Viele Bewerber fühlen sich unwohl bei dieser Frage – doch sie ist keine Falle, sondern eine Chance. Wichtig ist, echte, aber nicht karrieregefährdende Eigenschaften zu nennen und zu zeigen, wie man daran arbeitet.

Beispielsweise ist der Satz „Ich habe gerne alles unter Kontrolle“ eine beliebte Formulierung. Hinter ihr verbirgt sich oft Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein – gepaart mit der Einsicht, dass man lernen muss, anderen zu vertrauen. Ähnlich gut funktioniert: „Manchmal bin ich sehr temperamentvoll.“ Das zeigt Leidenschaft, lässt aber auch Raum für persönliche Weiterentwicklung.

Auch „Ich bin etwas zurückhaltend“ oder „Ich habe nicht immer genug Selbstvertrauen“ kann ehrlich wirken – besonders, wenn man direkt ergänzt, wie man diese Haltung gezielt ausgleicht. Wer sagt, er sei sensibel, unterstreicht oft seine Empathie, besonders in Teamumgebungen.

Andere typische Nennungen wie „Ich kann eigensinnig sein“ oder „Ich rede vielleicht ein bisschen viel“ sollten immer mit einem positiven Kontext verbunden werden. Aus Eigensinn kann Eigeninitiative werden, aus Redefreude ein Zeichen von Begeisterung.

Wichtig ist, nie perfekt klingen zu wollen. Schwächen einzugestehen, zeigt Reife. Selbst „Ich bin manchmal nervös“ kann authentisch rüberkommen – vor allem, wenn man betont, dass diese Nervosität aus Engagement und Respekt vor der Aufgabe entsteht. Hauptsache, die Antwort wirkt natürlich und bleibt menschlich.

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