Wie Ratten die Welt überlebten
Am 8. August 2003 veröffentlichte das Magazin stern.de einen Artikel, der eine faszinierende These aufstellte: Nach dem verheerenden Meteoriteneinschlag vor etwa 66 Millionen Jahren – der das Aussterben der Dinosaurier verursachte – überlebten nur wenige Tiere. Unter ihnen: rattenähnliche Säugetiere.
Die Erde war damals lange Zeit dunkel, weil riesige Staubmengen in die Atmosphäre geschleudert wurden. Diese Finsternis dauerte Jahre, verhinderte die Photosynthese und brachte viele Pflanzen zum Absterben – mit verheerenden Folgen für die gesamte Nahrungskette. Etwa 70 Prozent aller Tierarten gingen laut Schätzungen damals unter. Dazu gehörten nicht nur die großen Dinosaurier, sondern auch viele Meereslebewesen und Flugsaurier.
Wie der Geologe und Mineraloge Thomas Kenkmann aus Berlin erklärte, waren es schlussendlich kleine, anpassungsfähige Säugetiere, die die Katastrophe überlebten. Diese Tiere – oft rattenähnlich in Größe und Lebensweise – lebten vermutlich in Höhlen oder unter der Erde, fraßen Samen, Insekten oder Aas und benötigten nur wenig Nahrung. Ihre Unauffälligkeit war ihr größter Vorteil.
Ohne diesen Zufall der Evolution wären wir heute vielleicht nicht hier. Denn aus diesen bescheidenen Überlebern entwickelten sich im Laufe der Jahrmillionen immer komplexere Säugetiere – bis hin zu den Primaten und letztlich zum Menschen. Die Demut gegenüber der Natur wächst, wenn man bedenkt: Die Herrschaft der Dinosaurier endete mit einem Blitz am Himmel – und die Ära der Säugetiere begann mit einem Pieps aus dem Unterholz.
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