Der heimliche Blutdruck-Treiber: Das Phäochromozytom
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck oder plötzliche, krisenhafte Blutdruckspitzen werden meist mit Stress, Bewegungsmangel oder genetischer Veranlagung in Verbindung gebracht. Doch hinter einer sogenannten sekundären Hypertonie kann sich in seltenen Fällen auch eine organische Ursache verbergen: das Phäochromozytom. Dabei handelt es sich um einen meist gutartigen Tumor, der in den chromaffinen Zellen des Körpers entsteht. In den allermeisten Fällen ist das Nebennierenmark von diesem hormonaktiven Tumor betroffen.
Die Gefahr dieses Tumors liegt in seiner unkontrollierten Aktivität. Er produziert übermäßige Mengen an Katecholaminen – besser bekannt als die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Im gesunden Körper steuern diese Botenstoffe die Reaktion auf akute Gefahren, indem sie die Herzfrequenz steigern und die Gefäße verengen. Fluten diese Hormone jedoch aufgrund des Tumors dauerhaft oder schubweise die Blutbahn, führt dies fast unweigerlich zu massivem Bluthochdruck.
Das markanteste Symptom des Phäochromozytoms ist daher eine Hypertonie, die sich oft nur schwer mit herkömmlichen Medikamenten einstellen lässt. Häufig treten die Blutdruckspitzen anfallsartig auf, begleitet von typischen Begleiterscheinungen wie starkem Herzklopfen, heftigen Kopfschmerzen und unerklärlichen Schweißausbrüchen. Auch Zittrigkeit und Angstgefühle sind in solchen Momenten keine Seltenheit.
Da ein dauerhaft extrem hoher Blutdruck das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte drastisch erhöht, ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend. Mittels Laboruntersuchungen von Blut oder Urin lassen sich die Abbauprodukte der Katecholamine nachweisen. Die primäre Behandlung besteht in der Regel in der chirurgischen Entfernung des Tumors, wodurch sich der Hormonhaushalt normalisiert und der Blutdruck in den meisten Fällen wieder dauerhaft sinkt.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.