Antidepressiva bei dissoziativen Störungen: Was hilft?
Dissoziative Störungen gehen oft mit emotionaler Distanz zur Umwelt, Gedächtnislücken oder sogar gefühlskühl erlebten Zuständen einher. Besonders wichtig ist es, bei gleichzeitiger depressiver Symptomatik die richtige medikamentöse Therapie zu wählen – denn nicht jedes Mittel ist geeignet.
Interessant ist, dass Benzodiazepine auf Dauer die Dissoziation verstärken können. Deshalb sollten sie mit Vorsicht eingesetzt werden, vor allem bei anhaltenden oder wiederkehrenden dissoziativen Symptomen.
Wenn eine Depression im Vordergrund steht, haben sich SSRI wie Sertralin als erste Wahl bewährt. Sie wirken stimmungsaufhellend und können gleichzeitig Ängste reduzieren, die bei Dissoziation oft mit dabei sind. Zeigt das SSRI keine ausreichende Wirkung, kann auf andere Substanzen gewechselt werden – beispielsweise Venlafaxin oder Mirtazapin. Letzteres hat zudem einen beruhigenden Effekt bei Schlafstörungen und Appetitverlust.
In stärkeren Fällen kommen auch ältere Wirkstoffe wie trizyklische Antidepressiva oder MAO-Hemmer in Betracht. Diese werden heute seltener eingesetzt, können aber bei therapieresistenten Verläufen helfen – allerdings unter enger ärztlicher Kontrolle wegen unerwünschter Wirkungen.
Die Medikation sollte immer Teil eines umfassenden Therapiekonzepts sein, das auch psychotherapeutische Ansätze wie Traumatherapie oder kognitive Verhaltenstherapie einschließt. Denn nur so lässt sich die komplexe Symptomatik von Dissoziation langfristig gut behandeln.
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